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Shopaholic: Interview mit Sophie Kinsella

In der neuen romantischen Komödie „Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“ (? Filminfo) verkörpert Isla Fisher eine hinreißende, unbeirrbare junge Frau namens Becky Bloomwood, die leider für Ihr Leben gern shoppen geht.

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Sie träumt davon, bei einem glamourösen Modemagazin zu arbeiten, aber stattdessen bekommt sie einen Job bei einer Finanzzeitschrift, die von Luke Brandon (Hugh Dancy) herausgegeben wird. Becky und Luke haben auf den ersten Blick wenig – wenn überhaupt etwas – gemeinsam, aber da Gegensätze sich bekanntlich anziehen, beginnt es schon bald zu knistern.

Der Film basiert auf der beliebten Romanreihe von Sophie Kinsella (die sich selbst als „leicht shopaholic“ bezeichnet). Die Autorin unterhält sich mit uns über die Freuden und Gefahren von Kauforgien und den Spaß mit dem neuen Film.

Isla Fisher in Shopaholic (Foto: Robert Zuckerman / Disney)

Isla Fisher in Shopaholic (Foto: Robert Zuckerman / Disney)

SOPHIE KINSELLA: SHOPAHOLIC – DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN

Die Gläubiger sind ihr auf den Fersen, ihre Finanzlage ist total chaotisch, und doch schafft sie es nicht, den Shops fern zu bleiben. Rebecca Bloomwood (Isla Fisher), die Heldin des Films „Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“, ist eine charmante junge Frau mit einer großen Schwäche: einem unbändigen Kaufdrang, den sie einfach nicht unter Kontrolle bekommt. Zwar sieht Sie immer fantastisch aus, ihre zwanghaften Shoppingtouren kommen sie aber sehr teuer zu stehen.

In diesem ausgelassenen, unglaublich lustigen Film verkörpert Becky genau die Art von Heldin, mit der sich jede (oder zumindest fast jede) von uns identifizieren kann. Sie ist amüsant, sympathisch und bezaubernd. Aber das Shoppen wird ihr bald zum Verhängnis. Durch nichts lässt sich diese Frau aufhalten, auch nicht von ihrem extrem überzogenen Kreditkartenkonto. Gerade deswegen gerät sie ständig in verzwickte Situationen. Die Situation spitzt sich zu, als die verschwenderische Heldin (nach einer früheren Anstellung bei einem Gartenmagazin) ausgerechnet Finanzjournalistin wird und ihren Lesern Ratschläge in Sachen Geld geben muss. Hugh Dancy spielt ihren Boss, der – trotz Beckys offensichtlichen Fehlern – zunehmend Gefallen an ihr findet.

Regie führte P.J. Hogan (Die Hochzeit meines besten Freundes) und Jerry Bruckheimer hat den Film produziert. Zudem brachte die preisgekrönte Kostümdesignerin Patricia Field mit atemberaubenden Outfits ihr einmaliges Flair und ihren unnachahmlichen Stil in den Film ein. Auch die Nebendarsteller sind hochkarätig mit Kristin Scott Thomas, Krysten Ritter, John Goodman und Joan Cusack besetzt.

Sophie Kinsella, lieferte die Vorlage für den Film und ist eine der Co-Produzenten. Sie hat selbst als Finanzjournalistin gearbeitet, bevor sie begann Romane zu schreiben. Sie ist die Autorin der Shopaholic-Serie und der Romane Sag’s nicht weiter, Liebling, Göttin in Gummistiefeln und Kennen wir uns nicht? Daneben veröffentlichte sie Bücher unter ihrem eigentlichen Namen, Madeleine Wickham, Sie lebt mit ihrem Mann Henry und ihren drei Kindern Freddy (12), Hugo (11) und Oscar (3) in London.

Wir trafen die große, schlanke Frau mit langen dunklen Haaren in Beverly Hills für ein Interview. Sophie Kinsella trägt ein cremefarbenes Seidentop mit schwarzen Spitzenrändern und eine dreiviertellange Hose von Paul Smith. Die strassbesetzten Plattform-Slingbacks sind von Beverly Feldman für Russell and Bromley und wie sie uns verrät, steht auf der Sohle: „zu viel ist nicht genug“. „Als ich das sah, wusste ich sofort, dass ich die Schuhe für dieses Interview tragen muss“, lacht Kinsella. „Sie haben regelrecht zu mir gesprochen.“

Isla Fisher in Shopaholic (Foto: Robert Zuckerman / Disney)

Isla Fisher in Shopaholic (Foto: Robert Zuckerman / Disney)

INTERVIEW MIT SOPHIE KINSELLA

F: Woher kam Ihre Inspiration für diese Geschichten?

A: „Zur Idee dieser Figur inspirierte mich meine Erfahrungen von früher, Wenn jeden Monat die VISA-Rechnung eintraf, litt  ich plötzlich an Gedächtnisschwund: ‚Was ist das? Was soll das sein? Ich erinnere mich nicht, in dem Laden gewesen und das gekauft zu haben!’ Eben diese totale Blindheit, die uns alle oft befällt. Ich sagte zu meinem Mann: ‚Ich war nie in dem Laden, wovon reden die da?’, und er war dann derjenige, der sich daran erinnerte: ‚Weißt du nicht mehr? Das hast du doch damals gekauft!’ Es stellte sich dann jedes mal dieses flaue Gefühl im Magen ein. Genau das war der Ausgangspunkt von Becky, diesem verrückten Mädchen, das mit großer Begeisterung shoppen geht. Ich erkannte gleich das komische Potenzial darin. Ein Großteil meiner Inspiration kam also von dem, was ich selbst mit Shoppen verbinde – Spannung und Aufregung.“

F: Sind es nur Kleider, die Sie in Versuchung führen?

A: „Oh nein, genauso, wie Becky es im Buch beschreibt, durchläuft man Zyklen – Make-up, Schuhe, Klamotten, Kissen – so geht’s mir auch. Zuerst kaufe ich Kleidung, die ich wirklich benötige und denke dann: ‚So, das reicht’. Aber dann fällt mir ein, dass ich noch mehr Kosmetika brauche. Dann steht da eine Lampe, die ich unbedingt besitzen möchte oder ein Teppich und ohh, auch noch diese Gartengeräte. So geht es immer weiter. Ich liebe Kleidung, aber ich gehe auch sehr gern in Museen. Nach dem Rundgang muss ich natürlich immer in den Museumsshop, um dort zu stöbern. Das rechtfertige ich damit ‚dass es zum Kulturgenuss dazugehört, weil ich es ja in einem Museum erwerbe. Oft vergesse ich gleich wieder, was ich gekauft habe. Dann habe ich schon Weihnachtsgeschenke für Freunde besorgt und verstaue sie im Schrank. Kurz vor Weihnachten kommen sie dann wieder ans Licht und ich stelle manchmal fest, dass ich drei Sachen für dieselbe Person erstanden habe.“

F: Können Sie uns Ihr lustigstes Shopping-Erlebnis verraten?

A: „Einmal hatte ich einen himmlischen beigefarbenen Lammfellmantel entdeckt, den ich unbedingt zum Geburtstag geschenkt haben wollte. Es war ein von Max Mara – Mantel und wirklich etwas ganz Besonderes. Ich wollte meinem Mann einen kleinen Wink geben und sagen: ‚Wäre das nicht ein tolles Geburtstagsgeschenk für mich? Vorher hatte. ich ihn anprobiert und im Geschäft zurücklegen lassen. Doch die Verkaufsstellenleiterin rief mich an und sagte: ‚Eine andere Kundin möchte den Mantel haben.’ Sie war im Begriff, den Mantel zu verkaufen, und ich geriet im Panik. Meinem Mann sagte ich: ‚OK, wir müssen hin und den Mantel jetzt sofort kaufen.’ Wir setzten unser Baby also in den Kinderwagen und liefen buchstäblich zu Max Mara hin, damit er den Mantel sehen und entscheiden konnte, ob er ihn mir kaufen wollte. Das arme Baby wurde im Kinderwagen richtig durchgerüttelt. Aber meinem Mann gefiel der Mantel, wir kauften ihn und ich war glücklich.“

F: Welche Einkaufstour ist Ihnen als besonders unvergesslich in Erinnerung geblieben?

A: „Ich besuchte eine Freundin aus Washington DC, die zu der Zeit dort wohnte. Zuerst gingen wir shoppen und gleich anschließend ins Kino. Die komplette Sitzreihe war mit unseren Einkaufstüten belegt.. Mit Freundinnen einkaufen zu gehen, hat so was Verbindendes, ich finde es toll.“

F: Was war Ihre aufregendste Shoppingtour?

A: „Eines Tages sagte ich meinem Mann, dass ich mich wirklich aufs Schreiben konzentrieren müsste. Nach harter Arbeit wollte ich nur schnell einen Kaffee trinken– wie das manchmal so ist. Als ich zufällig an einem Schaufenster vorbei kam, sah ein fantastisches Abendkleid von Jenny Packham mit Pailletten und einer Schleppe. Im Ausverkauf war es von 1000 Pfund auf 500 reduziert, und ich fühlte mich zu ihm hingezogen wie eine Motte zum Licht. Der Preis war nicht gerade klein, aber ich konnte kaum glauben, dass es zum halben Preis angeboten wurde – ein richtiges Schnäppchen. Es gab nur dieses eine Exemplar – und ausgerechnet in meiner Größe, wenn das nicht Schicksal war! Aber mitten beim Anprobieren klingelte mein Handy und mein Mann erkundigte sich, wie ich mit der Arbeit vorankäme. ‚Kannst du dich gut konzentrieren?’, fragte er teilnahmsvoll. ‚Ich freu mich ja so, dass du gute Fortschritte machst.’ Ich behauptete: ‚Oh ja, es läuft bestens’, und flüsterte den Verkäuferinnen ‚schhh’ zu. Ich bekam ein ganz schlechtes Gewissen. Die Verkäuferinnen fragten mich: ‚Für welchen Anlass kaufen Sie das Kleid?’ und ich entgegnete: ‚Es gibt keinen Anlass, ich liebe es einfach nur.’ Es passte perfekt und ich bezahlte es. Dann gab mein Agent eine Party für mich. Niemand sonst hatte ein langes Abendkleid mit Pailletten an, aber das war mir ganz egal. Ich trug meins und fühlte mich fantastisch.“

F: Haben Sie von manchen Sachen zu viele im Kleiderschrank?

A: „Wahrscheinlich Schuhe, aber ich denke eigentlich nicht, dass man zu viele Schuhe besitzen kann. Vielleicht habe ich zu viele weiße T-Shirts. Ich horte sie wie eine Elster. Ich liebe so viele Designer und habe alle möglichen Labels im Schrank . Ich bin sehr wechselhaft.“

F: Gibt es in Ihrem Kleiderschrank ein bestimmtes Stück, ohne das Sie nicht leben können?

A: „Das ändert sich jeden Monat. Momentan ist es eine fantastische Handtasche, die ich besonders liebe. Ich fand sie in einem Prada-Laden, als wir in Miami drehten. Ich ließ meinen Namen auf die Warteliste setzen und mit ein wenig Nachhilfe hatte ich die Tasche. Ich liebe sie. Prada ist momentan mein Lieblingslabel.“

F: Gibt es in Ihrem Kleiderschrank etwas, das Sie bereuen gekauft zu haben?

A: „Ich wünschte, ich könnte das mit nein beantworten, aber unter Hormoneinfluss tätigt man so einige seltsame Einkäufe. Ich besitze ein furchtbares Paar Schuhe. Einfach furchtbar. Was habe ich mir bloß dabei gedacht? Es handelt sich um Plateauschuhe mit silbernen Verzierungen und mit Riemen, die am Bein hoch geschnürt werden, und mit einem Loch, das durch den Absatz geht. Sie sehen entsetzlich aus, aber sie waren im Ausverkauf, und ich dachte, dass ich sie  zu einer besonderen Party anziehen könnte. Jetzt stehen sie im Schrank rum. Wirklich schlimm.“

F: Gehen Sie immer und überall shoppen?

A: „Ja, überall. Ich finde immer etwas. Vor kurzem war ich im Oman im Urlaub . Da wurden an jeder Ecke Schals und Tücher zum Kauf angeboten. Eigentlich trage ich nie Tücher, aber sie faszinierten mich. Ich dachte mit: ‚Mein Gott, warum habe ich noch nie Tücher gekauft? Die werden mein neuestes Markenzeichen.’ Mein Mann sagte: ‚Die Leute werden dich ‚die Frau im Tuch’ nennen’. Na ja, ich erstand drei Stück, aber ich habe nur eins je getragen. Man kann sich leicht mitreißen lassen. Ich malte mir aus, dass ich wie eine Beduinenprinzessin aussehen würde in meinen schönen Cashmeretüchern’ … na, von wegen!“

F: Was hält Ihr Mann von Ihren Shoppingtouren?

A: „Mein Mann hat  Verständnis für meine Liebe zum Shopping entwickelt, er ist wirklich süß. Manchmal kommt er sogar mit und versucht interessiert dreinzuschauen. Obwohl er sich wirklich bemüht, kann er sich nicht dafür begeistern. Bei ihm dauert das Einkaufen eine halbe Stunde. Mein Mann ist ein guter Shopper, aber er kauft einfach zwei Anzüge und zehn Hemden, und dann ist er fertig. Das ist der Unterschied. Für Männer wie ihn ist das Einkaufen eine Mission: Ein Mann kauft, was er braucht, und dann ist die Sache für den Rest des Jahres erledigt. Aber kann nie genug bekommen. Soviel ich auch kaufe und denke, dass ich jetzt genug habe, …ich komme an einem weiteren Laden vorbei und sehe eine Handtasche, die ich unbedingt haben muss, Darin besteht der Unterschied zwischen Männern und Frauen.“

F: Was würden Sie Männern raten, die mit einer Shopaholic zusammen sind.

A: „Meiner Meinung nach sollten sie tolerant sein und außerdem alle Shopaholic-Bücher lesen, dann werden sie besser verstehen, wie Frauen denken. Wenn Sie sich nicht an einer Shoppingtour beteiligen wollen, dann gehen Sie lieber nicht mit. Es gibt keinen schlimmeren Anblick als ein halbes Dutzend Männer, die unbehaglich in einem Laden rumstehen, während ihre Frauen viel Spaß haben. Sie sollten sich vor Augen führen, dass sie ja gewöhnlich auch Geld ausgeben – nur halt für andere Sachen wie Sportveranstaltungen, Kneipenabende oder Zocker-Wochenenden. Vielleicht haben sie gerade ihren Computer aufgerüstet – sie kaufen viele teure Sachen. Jedes Mal wenn mein Mann sagt: ‚Brauchst du wirklich noch ein Paar Schuhe?’, sage ich: ‚Muss der Computer noch mehr technische Raffinessen haben? Ich glaube nicht.’“

F: Und welchen Rat haben Sie abschließend für Shopaholics?

A: „Kauf dir eine hübsche Kleinigkeit, wenn dir nach Shoppen zu Mute ist. Kauf einen Lippenstift von Chanel an Stelle der Chanel-Tasche. Dann kriegst du auch die Verpackung, die uns natürlich gefällt, und das Shopping-Erlebnis, das wir so lieben. Geh in ein schönes Geschäft, stöbere herum und freu dich an allem, was du siehst, und geh dann in die Kosmetikabteilung und kauf dir einen Lidschatten – an Stelle eines kompletten Outfits. Auch das gibt dir ein tolles Gefühl. Auf kalten Entzug zu gehen und sich das Shoppen von heute auf morgen total zu verbieten, funktioniert nicht.“

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